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Kugelsonnenuhren

  Links Rechts
Inventar-Nummer L 217 L 225
Kategorie Gnomonik Gnomonik
Hersteller/in
Datierung Um 1700 2. Hälfte 17. Jahrhundert
Material/Technik Holz, rot gefärbtes Glas Holz, Milchglas
Maße Höhe: 37 cm (mit Fuß)
Durchmesser: 10,5 cm
Höhe: 35 cm (mit Fuß)
Durchmesser: 14 cm
Provenienz Venedig
Beschreibung Diese als Horologium meridionale beschriebene Kugelsonnenuhr zeigt die Vormittags- und Nachmittagsstunden an. Die rote Glaskugel ist auf einem gedrechselten Ständer befestigt. Diese Kugelsonnenuhr, Horologium occidentale, trägt eine ausführliche Inschrift, die zugleich eine Gebrauchsanweisung ist: Horologium occidentale quod in planus positum donec radius Solis per foramen incidens attingeat signum Zodiaci, indicabit horas communes in lineis nigris, in lis, quae viridis coloris, Italicas, seu ob occasu in flavis vero Babylonicas seu ab occasu Solis. Die aus Milchglas bestehende Kugel muss so in die Sonne positioniert werden, dass der Lichtstrahl durch die Öffnung auf das gültige Tierkreiszeichen fällt. Die schwarzen Linien geben dann die Uhrzeit für den jeweiligen Ort, die grünen Linien die Stunden für Italien, die gelben Linien die Stunden für Babylonien an. Schon der jesuitische Naturwissenschaftler und Gelehrte Athanasius Kircher (1602–1680) beschrieb den Bau einer derartigen kugelförmigen Sonnenuhr aus venezianischem Glas. Demnach ist dieses ein typisches Instrument in jesuitischen Sammlungen. Vielleicht wurde es aus Italien angekauft oder in Deutschland nach italienischem Vorbild gefertigt.
Inventar Stammt aus der Jesuitensammlung.
Inventar 1801, S. 21: "Astronomie: Dito, portant le nom "Horologium meridionale"
Stammt aus der Jesuitensammlung.
Inventar 1801, S. 21: "Astronomie: Cadran solaire sous la forme d'une sphere de Porcelaine avec inscription "Horologium Occidentale""
Literatur  
  • Bernhard Roth, Sonnenuhren – Monduhren – Sternuhren. Über die „natürliche“ Zeit und ihre Messung, in: Werner Schäfke (Hrsg.), Wie Zeit vergeht (Anlässlich der gleichnamigen Ausstellung im Kölnischen Stadtmuseum 1999–2000), Köln 1999, S. 61–79, hier: S. 74f;
  • Generell: Ernst Zinner, Deutsche und niederländische astronomische Instrumente des 11.-18. Jahrhunderts, 2. Aufl., München 1967, S. 91-92.
 
 
  • Bernhard Roth, Sonnenuhren – Monduhren – Sternuhren. Über die „natürliche“ Zeit und ihre Messung, in: Werner Schäfke (Hrsg.), Wie Zeit vergeht (Anlässlich der gleichnamigen Ausstellung im Kölnischen Stadtmuseum 1999–2000), Köln 1999, S. 61–79, hier: S. 74f;
  • Gunter Quarg, Kugelförmige Sonnenuhr auf gedrechseltem Ständer, in: Hiltrud Kier / Frank-Günter Zehnder (Hrsg.), Lust und Verlust. Kölner Sammler zwischen Trikolore und Preußenadler, Köln 1995, S. 519f., Kat.-Nr. 25.
 
Bildnachweis Rheinisches Bildarchiv Köln, rba_c000446 Rheinisches Bildarchiv Köln, rba_c000446

Kugelsonnenuhren

  Links Rechts
Inventar-Nummer L 217 L 225
Kategorie Gnomonik Gnomonik
Hersteller/in
Datierung Um 1700 2. Hälfte 17. Jahrhundert
Material/Technik Holz, rot gefärbtes Glas Holz, Milchglas
Maße Höhe: 37 cm (mit Fuß)
Durchmesser: 10,5 cm
Höhe: 35 cm (mit Fuß)
Durchmesser: 14 cm
Provenienz Venedig
Beschreibung Diese als Horologium meridionale beschriebene Kugelsonnenuhr zeigt die Vormittags- und Nachmittagsstunden an. Die rote Glaskugel ist auf einem gedrechselten Ständer befestigt. Diese Kugelsonnenuhr, Horologium occidentale, trägt eine ausführliche Inschrift, die zugleich eine Gebrauchsanweisung ist: Horologium occidentale quod in planus positum donec radius Solis per foramen incidens attingeat signum Zodiaci, indicabit horas communes in lineis nigris, in lis, quae viridis coloris, Italicas, seu ob occasu in flavis vero Babylonicas seu ab occasu Solis. Die aus Milchglas bestehende Kugel muss so in die Sonne positioniert werden, dass der Lichtstrahl durch die Öffnung auf das gültige Tierkreiszeichen fällt. Die schwarzen Linien geben dann die Uhrzeit für den jeweiligen Ort, die grünen Linien die Stunden für Italien, die gelben Linien die Stunden für Babylonien an. Schon der jesuitische Naturwissenschaftler und Gelehrte Athanasius Kircher (1602–1680) beschrieb den Bau einer derartigen kugelförmigen Sonnenuhr aus venezianischem Glas. Demnach ist dieses ein typisches Instrument in jesuitischen Sammlungen. Vielleicht wurde es aus Italien angekauft oder in Deutschland nach italienischem Vorbild gefertigt.
Inventar Stammt aus der Jesuitensammlung.
Inventar 1801, S. 21: "Astronomie: Dito, portant le nom "Horologium meridionale"
Stammt aus der Jesuitensammlung.
Inventar 1801, S. 21: "Astronomie: Cadran solaire sous la forme d'une sphere de Porcelaine avec inscription "Horologium Occidentale""
Literatur  
  • Bernhard Roth, Sonnenuhren – Monduhren – Sternuhren. Über die „natürliche“ Zeit und ihre Messung, in: Werner Schäfke (Hrsg.), Wie Zeit vergeht (Anlässlich der gleichnamigen Ausstellung im Kölnischen Stadtmuseum 1999–2000), Köln 1999, S. 61–79, hier: S. 74f;
  • Generell: Ernst Zinner, Deutsche und niederländische astronomische Instrumente des 11.-18. Jahrhunderts, 2. Aufl., München 1967, S. 91-92.
 
 
  • Bernhard Roth, Sonnenuhren – Monduhren – Sternuhren. Über die „natürliche“ Zeit und ihre Messung, in: Werner Schäfke (Hrsg.), Wie Zeit vergeht (Anlässlich der gleichnamigen Ausstellung im Kölnischen Stadtmuseum 1999–2000), Köln 1999, S. 61–79, hier: S. 74f;
  • Gunter Quarg, Kugelförmige Sonnenuhr auf gedrechseltem Ständer, in: Hiltrud Kier / Frank-Günter Zehnder (Hrsg.), Lust und Verlust. Kölner Sammler zwischen Trikolore und Preußenadler, Köln 1995, S. 519f., Kat.-Nr. 25.
 
Bildnachweis Rheinisches Bildarchiv Köln, rba_c000446 Rheinisches Bildarchiv Köln, rba_c000446

Empfohlene Zitierweise
Henrike Stein, Kugelsonnenuhren, aus: Gudrun Gersmann (Hrsg.), Das Physikalische Kabinett – Von der jesuitischen Lehrsammlung zum kulturellen Erbe (DOI: https://dx.doi.org/10.18716/map/00004), in: mapublishing, 2019, Seitentitel: Kugelsonnenuhren (Datum des letzten Besuchs).